Chemnitz, den 22. Februar 2007 – Einen Compute-Cluster im Wert von 1 Mio. Euro installierte die Chemnitzer MEGWARE Computer GmbH vor wenigen Tagen bei der Gesellschaft für wissenschaftliche Datenverarbeitung mbH in Göttingen (GWDG). Dieser Hochleistungsrechner besteht aus 151 SlashFive-Servern, die gemeinsam mehr als 7000 Milliarden Rechenoperationen pro Sekunde bearbeiten können. Das entspricht der Rechenleistung von 360 handelsüblichen Personalcomputern, damit zählt dieser Rechner zu den 200 schnellsten Supercomputern der Welt. Die Studenten und Wissenschaftler der Georg-August-Universität Göttingen und der Max-Planck-Gesellschaft werden zukünftig auf diesem System komplexe Simulationen mit großen Datenmengen berechnen, wie die zeitliche Entwicklung von Instabilitäten in unserem Sonnensystem oder die mechanischen Eigenschaften von DNA-Molekülen.
Hochleistungsrechner sind der Schlüssel zu neuen Erkenntnissen in Wissenschaft und Forschung. Ohne die massive Rechenleistung moderner Supercomputer wären heute und zukünftig viele Forschungsergebnisse in der Astrophysik, der Biochemie und vielen fachübergreifenden Wissenschaftsgebieten undenkbar. Der GWDG-Auftrag für MEGWARE ist einer von vielen weiteren Erfolgen in diesen Tagen, die das Know-how des Chemnitzer Unternehmens auf dem Gebiet des High Performance Computing unterstreichen.
So wurde kürzlich auch am GeoForschungszentrum in Potsdam ein weiterer Millionen-Euro-Rechner mit 452 Prozessor-Kernen übergeben, den die Physiker dieses Instituts für die Modellierung und Simulation von Geoprozessen nutzen. Für das große Datenvolumen, das bei solchen komplexen Modellsimulationen in die Berechnungen einbezogen wird, haben die sächsischen Ingenieure ein zusätzliches 50-Terabyte-Plattenspeichersystem in diesen Superrechner integriert. Diese Speicherkapazität würde ausreichen, um den Textumfang der ca. 30 Millionen Bücher der Nationalbibliothek der USA unterzubringen.
Derzeit bauen die Techniker von MEGWARE einen Supercomputer mit 672 Prozessor-Kernen für das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam-Golm. Mit diesem Hochleistungsrechner wollen die Wissenschaftler das Entstehen von Gravitationswellen simulieren, die von großen Objekten im All ausgelöst werden, wie zum Beispiel den Schwarzen Löchern, den Neutronensternen oder der Explosion einer Supernova. Albert Einstein sagte das Bestehen solcher Gravitationswellen bereits 1916 voraus, aber bis heute konnte sie niemand direkt beobachten oder nachweisen.
Am Aufbau des Hochleistungs-Linux-Cluster ‚CHiC’ an der TU Chemnitz leistete MEGWARE ebenfalls einen beträchtlichen Anteil. Dazu bediente sich die IBM Deutschland GmbH als größter Auftragnehmer dieses Projekts der Cluster-Kompetenz von MEGWARE. Den Zusammenbau und die Verkabelung aller Komponenten dieses Schwergewichts von insgesamt 21,6 Tonnen bewältigte das Projektteam des Unternehmens in kürzester Zeit. Dieser Supercomputer wird sich zukünftig unter den 5 größten Clustern in Deutschland und den 80 Schnellsten der Welt platzieren.
Der Bedarf nach leistungsfähigen Supercomputern wird weiterhin stark ansteigen. So prognostiziert das international führende Marktforschungsunternehmen IDC bis zum Jahr 2010 ein Wachstum dieses Marktssegmentes um jährlich 20 Prozent. Allein in Deutschland wird für 2007 eine Investitionsquote von 250 Millionen EUR für Compute-Cluster vorausgesagt. MEGWARE hält in der Gruppe der heterogenen Hochleistungscluster einen Marktanteil von ca. 14%. Vor allem in der Forschung, aber zunehmend auch in der Industrie, setzen Wissenschaftler und Entwicklungsingenieure auf Hochleistungscomputer aus Sachsen, um reale Experimente durch computersimulierte Modelle, Tests und Analysen zu ersetzen.
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