Chemnitz, den 27. Juni 2007 – Vor wenigen Wochen lieferte die MEGWARE Computer GmbH einen Supercomputer mit 672 Prozessor-Kernen an das Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik in Potsdam-Golm (AEI). Das allein ist für die Ingenieure und Techniker dieses mittelständischen Unternehmens in Sachsen mittlerweile nichts Ungewöhnliches, denn nahezu jeden Monat gehen von dort Hochleistungsrechner, an Universitäten, Forschungsinstitute und Industrieanwender in ganz Europa auf die Reise. Und trotzdem erfüllt es Geschäftsführer Dirk Viertel und seine Mitarbeiter stets mit besonderer Freude, wenn die mit größter Sorgfalt und hohem Know-how entwickelten Rechnersysteme ihrer jeweiligen Bestimmung übergeben werden. Der Supercomputer in Potsdam-Golm, den die Gravitationsphysiker dort liebevoll auf den Namen DAMIANA tauften, ist jetzt in eine beachtenswerte Leistungsklasse vorgedrungen.
Heute wurde auf der 22. Internationalen Supercomputer Conference (ISC2007) in Dresden die aktuelle Top500-Liste der weltweit leistungsfähigsten Hochgeschwindigkeitsrechner herausgegeben. In dieser Liste steht DAMIANA auf Platz 192. Eine hohe Platzziffer, meint der erste Blick, doch überrascht dieses Ergebnis mit interessanten Details.
DAMIANA gehört jetzt zu den schnellsten Compute-Clustern, die jemals in Deutschland gebaut wurden. Mit seinen 386 Intel Xeon (Woodcrest) Prozessoren, die 168 Server (Compute-Nodes) antreiben, erreicht dieses System eine nachgewiesene Rechenleistung von 6,52 TeraFlop/s (Linpack) und eine sehr gute Effizienz von 80,9% gegenüber der theoretisch erreichbaren Rechenleistung. Damit glänzt dieser Supercomputer nicht nur durch Rechengeschwindigkeit sondern auch mit einem hervorragenden Preis-/Leistungsverhältnis.
In Potsdam-Golm erforschen Wissenschaftler jetzt mit DAMIANA, was passiert, wenn im Universum Schwarze Löcher zusammenstoßen und miteinander verschmelzen. Eine solche Fusion erschüttert die Raumzeit um die Schwarzen Löcher so stark, dass sie eine große Menge Energie in Form von Gravitationswellen abstrahlen. Albert Einstein hat vor 90 Jahren solche Gravitationswellen vorausgesagt, bis heute konnte sie aber niemand direkt beobachten oder nachweisen. Auf dem Supercomputer werden nun gigantische Kollisionen von Schwarzen Löcher simuliert, um erstmals Vorhersagen über die Eigenschaften der dabei entstehenden Gravitationswellen zu bekommen. „Mit dem neuen Cluster-Computer beschleunigen wir je nach Problemstellung unsere Rechnungen um das Vier- bis Fünffache“ sagt Professor Luciano Rezzolla, Leiter der Arbeitsgruppe ‚Numerische Relativitätstheorie’ am AEI. „Das bedeutet, dass wir für eine Rechnung statt einer Woche nur noch eineinhalb Tagen benötigen. Außerdem können wir mehr systematische Untersuchungen zu den Quellen von Gravitationswellen durchführen, was unsere Rechnerkapazitäten bislang nicht zugelassen haben.“
Neu in den Top500 und auf Platz 117 ist noch ein weiteres Cluster-System, der Chemnitzer Hochleistungs-Linux Cluster (CHiC) an der Technischen Universität Chemnitz. Für den Aufbau und die Installation dieses Supercomputers, der aus 538 Server-Nodes mit 1076 Prozessoren besteht, beauftragte IBM die MEGWARE Computer GmbH, die zusätzlich noch 18 wassergekühlte Serverschränke und ein 60 TeraByte Festplattenspeichersystem lieferte.
Web-Links:
Max-Planck-Institut für Gravitationsphysik (Albert-Einstein-Institut)
http://www.aei.mpg.de
TOP500-Supercomputer
http://www.top500.org
Jana Mitschke
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